Pilgerbericht 4. Etappe Röblingen am See - Eisleben

Ökumenisches Samstagspilgern von Röblingen am See nach Eisleben 02.07.2016
Es war wieder mal soweit, 19 Pilgerfreunde trafen sich um 9.50 Uhr an der katholischen Kirche St. Anna in Röblingen am See.

Da erwartete uns Frau Näther, sie berichtete uns einiges zur Kirche und hielt die Morgenandacht. Der christliche Glaube hat alte Wurzeln in dieser Gegend. Der bedeutendste Vertreter der alten Zeit ist der heilige Bruno von Querfurt, der heute Patron der Pfarrei ist.
Um 974 war die Geburt des heiligen Bruno auf der Querfurter Burg. Er erlitt 1009 auf seiner Missionsreise im Osten, in der ostpreußischen Landschaft Masuren, den Märtyrertod.
Es ist eine sehr schöne helle katholische Kirche in Röblingen am See.
Wir erfuhren sehr viel über die Region und die Kirche, dies begleitete uns auf dem weiteren Weg.

Als wir durch Röblingen liefen, begegnete uns ein Festumzug anlässlich des 21. Festes am Salzigen See und 325 Jahre Bergbau im Röblinger Revier.

Von Röblingen am See pilgerten wir nun durch Wald und Wiesen nach Erdeborn.

Frau Annett Wolfer erwartete uns am Ortseingang und erzählte uns auf dem Weg zur Kirche einiges zum Ort. Einen kleinen Zwischenstopp machten wir im Dorfgemeinschaftshaus, da es plötzlich anfing zu regnen. Nach dem Regenschauer gingen wir weiter zur Kirche. Frau Wolfer ist Mitglied des Fördervereins zum Erhalt der Evangelischen Kirche „St. Bartholomäus“ in Erdeborn. Sie verwaltet die Finanzen des Vereins.

Nun angekommen in der Kirche begrüßte uns Tobias Körnig. In Erdeborn sind es 102 Gemeindemitglieder.
Er hielt die Andacht mit den Worten: Pilgern wird auch bezeichnet als “das Beten mit den Füßen“.
Außerdem wies er uns auf den ehemaligen Pfarrer Martin Rinckart und sein Lied: „Nun danket alle Gott“ hin, dessen erste Strophe wir gemeinsam sangen.

In dieser Kirche wurde durch den Förderverein mit Spenden und Mitgliederbeiträgen sehr viel erreicht, z.B. die Restauration des Epitaphs von C.W. von der Streithorst.
Tobias Körnig aus Mansfeld ist Prädikant seit 01.03.2010.

Vor dieser Kirche steht ein Kretischer Andorn – Wander-Andorn, das ist eine sehr seltene Pflanze.

Nun ging unsere Pilgerreise weiter durch einen Wald, in dem wir eine Mittagspause hielten.
Weiter nach Holzzelle, von da pilgerten wir wieder auf dem Jakobsweg.
Er führte uns über eine Brücke, auf der anderen Seite eine Allee von Kirschbäumen, welche uns nach Helfta führte.

In Helfta gingen wir zum katholischen Kloster St. Marien. Im Kloster begrüßte uns Schwester Gratia.
Alle Pilgerfreunde begaben sich nun auf eine Führung durch das Kloster.
Schwester Gratia berichtete über die Entstehung, bis zum heutigen Leben im Kloster.
Leider ist das Hotel mit Restaurant seit einiger Zeit geschlossen Es gibt momentan einen Insolvenzverwalter, somit sind Ihnen in einigen Sachen die Hände gebunden, u.a.in der Bewirtung und Übernachtungen, die die Kapazität des Gästehauses übersteigen.

Die Führung begann im Klosterhof und führte uns in den Eingangsbereich des Klosters. Wir erfuhren einiges zum Tagesablauf im Kloster, wie die Zimmer ausgestattet sind usw. .
Anschließend führte uns Schwester Gratia in einen Keller, in dem 2010 eine Taufe von einer Frau stattfand, die 15 Jahre in Haft lebte und getauft werden wollte. Diese Erzählung verbunden mit den Umständen war sehr bewegend.

Nun zeigte sie uns noch die Kirche, in welcher die Schwestern, die Tagzeiten-Gebete und Messen halten, und den Altar.
Dieser ist ein ganz besonderer mit seinen verschiedenen Steinen in der Mitte. Ein Stein in der Mitte sieht aus als wären es drei Fische (es ist eine Versteinerung).

Etwas zum Wohnen und Leben im Kloster zu erfahren, war für mich an diesem Tag das Highlight.

Unsere Abendandacht hielt Dagmar Schlegel in der Gertrudkapelle vom Kloster Helfta.

Nun begaben wir uns zum Bahnhof von Eisleben, an dem sich unsere Wege trennten. Jeder fuhr nach Hause und wird einiges von diesem schönen Tag und den Erlebnissen mitgenommen haben.

Danke an alle, die zu so einem schönen Pilgertag beigetragen haben.

Für mich ist Pilgern: Auf der Suche nach Ruhe oder sich selbst.

Manuela Voigt 4. Juli 2016