Pilgerbericht 7. Etappe

Ökumenisches Samstagspilgern in Mitteldeutschland Berga – Nordhausen am 1.Oktober 2016
Vorspann:
Die letzte Etappe in diesem Jahr begann in Berga am Kelbra-Stausee. Noch einmal waren wir ganze in der Nähe der „Heidenstraße“ bzw. hier der „Alten Leipziger Straße“ unterwegs.
Zu Beginn waren wir in der großen Bergaer St. Petri und Pauli Kirche zu Gast. Ende des 19. Jahrhunderts mit 800 Sitzplätzen auf der Höhe über dem Ort erbaut und von weitem zu sehen. Pfarrer Dräger hielt mit uns die Morgenandacht, die ehemalige Kantorin begleitete unseren Gesang an der Orgel und Herr Schröter erklärte uns die Kirche. Dann ging es auf den Weg: zuerst entlang des Flüsschen Thyra nach Bösenrode und dann auf die Höhen über der „Alten Straße“. Nach Überquerung der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen liefen wir auf dem Bäckergässchen zu unserem ersten Halt an diesem Tag.
Dagmar Schlegel
Ich beginne meinen Pilgerbericht in Urbach, da wir erst hier Anschluss an die Pilgergruppe hatten.
Wir kamen alle etwa gegen 13.00 Uhr in Urbach an und wurden von einem jungen Ehepaar freundlich begrüßt. Alle waren froh, nach diesem langen Tagesabschnitt Rast machen und Andacht halten zu können. Wir kamen in eine recht große schlichte Kirche mit einem großen Kreuz im Altarbereich.
Herr Volkmann las uns zur Begrüßung aus der Bibel die Geschichte von den Emmaus Jüngern vor, die sich ja ebenfalls auf den Weg gemacht hatten und unterwegs Christus dem Auferstandenen begegneten, eine Geschichte, die gut zu uns Pilgern passte und so hielten wir unsere Mittagsandacht. Danach erklärte uns Frau Koch einiges zur Kirchengeschichte und zum Ort selbst, unter dem ein verrohrter Bach entlang fließt, welcher Einfluss auf die Bausubstanz der Kirche hat, weil dadurch, zumindest früher, viel Feuchtigkeit in die Kirchenmauern hineinzog, was bis heute umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen erforderlich machte. Wir hörten auch noch etwas von einem Baum der Einheit, welchen Frau Koch 1989/90 selbst auf dem Kirchengeländegepflanzt hat, eine nordamerikanische Schwarznuß, die sehr schnell wächst und in einigen Jahren schon den Kirchturm überragen wird, da der Baum pro Jahr 1m in die Höhe wächst.
Anschließend wurden wir in den Gemeinderaum eingeladen, wo eine Tafel mit Keksen, Kaffee, Obst und Früchten für uns vorbereitet waren, was wir sehr dankbar annahmen.
Nach dem Pilgersegen ging es weiter und wir brachen auf in Richtung Leimbach. Nach einer Wanderung durch Feld und Flur, auf der wir schon von weitem die Kirchturmspitze unseres Zieles erkennen konnten, kamen wir in Leimbach an, wo es nun zu regnen begann. Wir wurden von Frau Benkstein begrüßt und traten mit Laudate omnes gentes in die gemütliche Dorfkirche ein. Eine sehr schöne Kirche, von der jedoch niemand so genau weiß, wann sie erbaut wurde, da entsprechende Urkunden gänzlich fehlen. Es wird vermutet, daß es etwa um die Zeit des dreißigjährigen Krieges gewesen sein könnte. Wir erfuhren, daß die Leimbacher sehr gern gemeinsam feiern, wobei dann immer das ganze Dorf versammelt ist. Auch wurde die Kirche von außen schon sehr schön restauriert.
Nach dieser kurzen Rast ging es weiter Richtung Nordhausen und Dagmar forderte uns zur Eile auf, da die Zeit schon etwas vorgerückt war, und wir ja pünktlich 17.00 Uhr in Nordhausen sein wollten.
Jetzt fing es aber erst mal zu regnen an und alle zogen sich ihre Regenbekleidung über und so pilgerten wir weiter.
Auf diesem letzten Abschnitt unserer Schlussetappe war ein Shuttledienst mit zwei Pkw eingerichtet, wodurch ein Teil der Gruppe ab kurz vor Nordhausen schon mit dem Auto zum Dom fahren konnte. Der übriggebliebene Teil unserer Pilgergruppe zog über den Lutherweg in die Stadt hinein. Dabei läuteten auf den letzten Metern die Domglocken und nachdem wir uns alle im Dom beim Chorgestühl versammelt hatten, wurden wir von Dompfarrer Hentrich begrüßt. Er erzählte uns dann auch gleich einiges zur Geschichte des Doms, welche 1000 Jahre bis zu den ersten deutschen Königen und Kaisern zurückreicht. Auch Luther soll dreimal in Nordhausen gewesen sein. Der Nordhausener Dom ist aber, ähnlich wie das Eichsfeld, immer katholisch geblieben. Nun feiern wir noch eine Andacht und abschließend zu unserem Pilgertag spendete uns Pfarrer Hentrich den Segen.
Als wir uns unsere Pilgerstempel abgeholt hatten, machten wir uns dann langsam auf den Rückweg. Wir gingen erst durch die schöne Altstadt von Nordhausen und dann durch den neueren Teil der Stadt zum Bahnhof und fuhren wieder nach Hause.
Somit endete diese 7. und letzte Etappe unseres Ökumenischen Samstagspilgerns 2016 auf der Heidenstraße und wir können gespannt sein, wie es im nächsten Jahr weitergeht!

Michael Schröder