Pilgerbericht 1. Etappe in Thüringen 2017

Ökumenisches Samstagspilgern in Thüringen 2017 "Auf Spuren der Reformation"
1.Etappe: Altenburg - 18.03.2017

Die 1. Etappe im Jubiläumsjahr der Reformation führt in den Osten Thüringens, in die ehemalige Residenzstadt Altenburg.

Auf einer kurzen aber abwechslungsreichen Tour durch die Stadt können die 15 Pilgerfreunde zahlreiche historische Spuren entdecken.
Die Morgenandacht findet in der Stadtkirche St. Bartholomäus statt, wo einst auch Martin Luther von der Kanzel predigte.
Heute vermitteln uns Herr und Frau Kühn Fakten aus der mehr als 1000jährigen Geschichte des Gotteshauses.
Gegenwärtig beherbergt die Kirche eine Ausstellung zum Leben und Wirken von Georg Spalatin, eines Mitstreiters für die Erneuerung des Glaubens.
Diese können wir im Anschluss studieren, ebenso wie die zahlreichen anderen Schätze.
Wunderschön ist vor allem der mittelalterliche Flügelaltar, der auch eine Figur unseres Pilgerpatrons St.Jakobus enthält.
Viele nutzen die Gelegenheit zur Turmbesteigung.

Auf dem Weg nach oben passieren wir die Bronzeglocken und die ehemalige Türmerwohnung. Auf dem Umgang bläst uns ein kräftiger Wind um die Ohren.
Die Aussicht aber ist prächtig und entschädigt für die Mühen des Aufstiegs.
Nicht weit entfernt erblicken wir die Brüderkirche, die wir bald darauf nach einem kurzen Fußweg erreichen.
Zur freudigen Überraschung beginnt bei unserem Herannahen ein Glockenspiel die Melodie des bekannten Kirchenliedes "Lobet den Herren" zu intonieren.
Nun werden wir auch von Frau Kamprath begrüßt, die als Prädikantin tätig ist.
Als wir in den Kirchenraum eintreten staunen wir ob der ungewöhnlichen Architektur.
Frau Kamprath erklärt, dass beim Neubau der Kirche zu Beginn des 20. Jahrhunderts spezielle reformatorische Grundsätze beachtet wurden.
Alles ist auf die Verkündigung des Gotteswortes ausgerichtet und so kann man ähnlich wie in einem Theater von allen Sitzplätzen den Prediger gut sehen.
Ungewöhnlich aber zur Entstehungszeit passend ist auch die Ausstattung im Jugendstil.
Als dann noch das moderne Lichtkreuz in der Kuppel angeschaltet wird sind wir vollends begeistert.
Wir danken herzlich für die interessante Führung, stempeln unsere Pilgerhefte und singen nun zum Abschluß gemeinsam "Lobet den Herren".

Jetzt ist es Zeit, zur leiblichen Stärkung eine Pause einzulegen; und schon nach wenigen Minuten finden wir neben dem Rathaus ein nettes Cafe.
Nach der Rast wird der Stadtrundgang fortgesetzt.
Mittels der Lutherweg-Plaketten werden wir gut geleitet, vorbei an den Roten Spitzen, dem Wahrzeichen Altenburgs.
Einige Meter geht es auch auf der Via Imperii, und weiter am Schloß vorbei durch den Schloßpark.
Als wir das Lindenau-Museum erreichen, fallen erste Tropfen.
Als wir mit schnellen Schritten den Bahnhof erreicht haben, werden doch noch die himmlischen Schleusentore geöffnet.
Für uns aber geht ein kurzer doch intensiver Pilgertag zu Ende; und als Fazit bleibt festzuhalten: Altenburg ist mehr als eine Reise wert.

Steffen Rödiger