Pilgerbericht 6. Etappe in Thüringen

Ökumenisches Samstagspilgern in Thüringen 2017 "Auf Spuren der Reformation"
6.Etappe: Bad Langensalza – Gräfentonna 12.08.2017

Wir werden erwartet am Bahnhof von Bad Langensalza.
Frau König von der Tourist-Information begrüßt die "Stammpilger", zu denen sich noch einige "Tagespilger" gesellen.

Gemeinsam geht es zum Augustiner-Kloster, in dessen Bau sich heute das Stadtmuseum befindet.
Hier empfängt uns Pfarrer Vogel, unser Pilgerführer für den heutigen Tag. Zu Beginn ziehen wir schweigend um den Kreuzgang; sammeln uns dann in der Mitte um einen Rosenstock zur Andacht mit Lied und Gebet. Auch Martin Luther weilte einst besuchsweise in diesen Mauern.

Auf dem Weg hinüber zur Marktkirche St. Bonifatius lernen wir einen kleinen Teil der historischen Altstadt kennen. Auch das Gotteshaus selbst ist sehr sehenswert, und so steigen wir auf einer engen, schmalen Wendeltreppe zur ehemaligen Nonnen-Empore hinauf. Dort sind mittelalterliche Fresken zu bewundern, deren Bedeutung uns Pfarrer Vogel erklärt.
Anschließend ist noch etwas Zeit, um einen weiteren Stempel zu empfangen und eigenständig das Kirchenschiff zu erkunden.
Doch dann geht es auf die Strecke – zuerst ein Stück über die Kurpromenade. Dann durch eine Gartenanlage, an zwei Denkmälern vorbei, durch Wald und Flur. Pfarrer Vogel zieht mit flottem Schritt voran, einige schnaufen hinterdrein.
Doch pünktlich (nach unserem Zeitplan) erreichen wir Nägelstedt – ein stattliches Dorf mit gepflegten Höfen und einigen Sehenswürdigkeiten. Nur kurz verweilen wir im Schieferhof, passieren ein Dorffest und gelangen zur Stiftskirche.
Diese ist bereits aufgeschlossen und wir staunen, welche Schätze dieses historische Gotteshaus birgt. Nach der Mittagsandacht ist es Zeit für eine Rast. Unweit des Dorfes finden wir direkt an der Unstrut eine rustikale Gaststätte. Darinnen einen großen Tisch, so daß wir alle gemeinsam speisen und uns stärken können.
Auch die schönste Pause geht einmal zu Ende und so brechen wir auf, dem Tagesziel entgegen. Ein Feldweg führt einen Hügel hinauf und wir sehen bereits Gräfentonna vor uns liegen. Dahinter ragen dunkel die Wälder der Fahnerschen Höhe empor. Auch zurück bis zu den Türmen von Bad Langensalza kann der Blick schweifen. Welche zauberhafte Landschaft wir durchwandern dürfen! Unseren Dank bringen wir in der Abschlußandacht vor Gott.
Die Kirche von Gräfentonna bietet mit ihrer prächtigen Ausstattung einen angemessenen Rahmen. Pfarrer Hoffmann ermutigt uns, die einzelnen Bilder des riesigen Altars eigenständig zu entdecken, bevor er uns einen weiteren Stempel in den Pilgerpaß drückt. Eine Broschüre über die Kirche dürfen wir mit nach Hause nehmen. Es bleibt noch Zeit zu einem Besuch in der nahe gelegenen Eisdiele. Dann rollt der Zug heran; wir fahren heimwärts, gefüllt mit wunderbaren Erinnerungen. Bis zum nächsten Mal....

Steffen Rödiger