Pilgern


1. Die Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela

Um 830 wurde das Grab des Apostels Jakobus des Älteren im äußersten Nordwesten Spaniens aufgefunden. Seit dem 11. Jahrhundert entwickelte sich eine der größten Pilgerfahrten des Abendlandes. 1075/78 wurde mit dem Bau der Kathedrale begonnen. Der Einzugsbereich Santiagos reichte im 15. Jh. bis Skandinavien und Ostmitteleuropa.
Am Ende des 20. Jahrhunderts setzte eine Renaissance der Pilgerfahrt ein. Die Zahl der Pilger ist kontinuierlich angestiegen, besonders seitdem der Europarat die Wege der Jakobspilger 1987 zu einer europäischen Kulturroute erklärt hat! Im HEILIGEN JAHR 2004 erreichten 180.000 Pilger aus 114 Ländern Santiago de Compostela zu Fuß, mit dem Fahrrad oder zu Pferd!

2. Pilgern in Mitteldeutschland

In Mitteldeutschland lässt sich ein zunehmendes Interesse am Pilgern erkennen. Alte Pilgerrouten, wie die Via Regia, werden wiederbelebt und laden zum individuellen Pilgern ein. Beim Oekumenischen Samstagspilgern begeben sich Katholiken, Lutheraner, Reformierte und Konfessionslose gemeinsam auf den Weg um auf die Suche nach dem Grund und Ziel des Lebens zu gehen. Die gleichzeitige Erfahrung eines Unterwegssein zu Gott und mit Gott hat der Jesuit Josef Sudbrack mit folgenden Worten ausgedrückt: “Unterwegs zu Gott und doch stehend vor ihm.”