Gregorianischer Choral als gemeinsames ökumenisches Erbe



Pilgern ist auch eine spirituelle Form gelebter Liturgie (Gottesdienst). Ein Beispiel ist der gesungene Reisesegen mit dem jeder Pilgertag beginnt. Zum Pilgern gehören die Tagzeitengebete, die Pilgermessen, der Rosenkranz oder das Beten der Kreuzwegstationen, die zur Gottesbegegnung einladen. In dem denkwürdigen Jahr 1980 durfte Tilman Ludwig alle diese Momente in ihrer Fülle in Polen in einer ökumenischen Gruppe auf der Wallfahrt nach Cestochowa miterleben und mitfeiern. Darüber hinaus erweist sich das gemeinsame Singen, besonders beim Eintreten in Kirchen als besonders prägend für eine Pilgergruppe.

Unsere Pilgerangebote sind sowohl für katholische, wie für evangelische Christen als auch für konfessionslose Interessenten gleichermaßen gedacht.
Nicht wenige traditionelle und populäre Lieder unserer heute gebräuchlichen Gesangbücher sind in ganz unterschiedlichen Kontexten entstanden und greifen den Gedanken des spirituellen Unterwegsseins daher auch in sehr unterschiedlicher Akzentuierung auf. Inhaltlich deckungsgleiche Gedankenstränge versetzen dabei so manchen von uns in Erstaunen.

Darüber hinaus hat sich bei vielen Gelegenheiten des Samstagspilgerns oder eines Pilger-Kirchen-Ganges auch der Gregorianische Choral als geeigneter Gesang zum Hören, Vertiefen und (teils zum Mitsingen) bewährt.

Er lädt ein zur Stille und zum Gebet und verstärkt das sakrale Raumerlebnis in Kirchen (wie z.B. in Naumburg oder Schulpforta), die schon immer für das Pilgerwesen eine gewichtige Rolle spielten.

Nicht zuletzt die Anregung seitens des Vatikans, die lateinische Version der Hl. Messe als die Urform des (wohlgemerkt!) einen Ritus wiederzubeleben, bestätigt, daß auch Pilger und an der Liturgie Interessierte hier in Mitteldeutschland schon seit längerem die Funktion von „Brückenbauern“ zu gemeinsamen spirituellen Wurzeln übernommen haben.

Der Gregorianische Choral als die älteste Kirchenmusik des Abendlandes wurde prinzipiell einstimmig gesungen - erfuhr aber schon frühzeitig (ca. um 1000) mehrstimmige Erweiterungen. Diese leiteten musikgeschichtlich ein neues Zeitalter ein.

Die einleitende Musik, das „Kyrie cunctipotens genitor“ enthält zweistimmige Versatzstücke, die sich im liturgischen Teil des Codex Calixtinus, dem „Liber sancti Jacobi“ (12.Jht.) wiederfinden.

Dem Liturgischen Singkreis Jena, der uns dieses Stück aus seinem Rerpertoire zur Verfügung gestellt hat, sind wir in besonderem Dank verbunden.

tilmanTilman Ludwig








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