Pilgerbericht 3. Etappe Mitteldeutschland

Radeburg Coswig

Es ist Samstag der 3. Juni2017. Samstagspilgern in Radeburg bei Dresden liegt an.
Die Wettervorhersage prophezeit für diesen Tag nur Gutes. Erst abends könnte es regnen.
Nun dann ist ja alles gut.
Als ich kurz nach sechs aufstehe sind schon ein paar Tropfen im Leipziger Land gefallen.
Aber das muss ja nicht so weitergehen.
Aber es geht weiter, als ich zum Bahnhof möchte, regnet es sehr ordentlich.
Trotzdem einmal angemeldet, geht es auch los. Bei schönen Wetter kann jeder pilgern.

Im Zug treffe ich unsere Pilgertruppe und wir fahren gemeinsam nach Coswig(bei Dresden)
Je weiter wir östlich kommen, desto weniger Wolken und dann auch Schönwetter am Ziel.
In Coswig gibt es erst mal Wartezeit auf den Bus. Also auf zum Bäcker und dort ein leichtes 2. Frühstück genossen.
Am Busbahnhof sind wir dann ca. 30 Leute, die auf den Bus warten. . Doch der ersehnte Bus fährt um Haaresbreite an uns vorbei, da wir auf der falschen Seite des Busplatzes warten.
Dagmar schafft es gerade noch den Busfahrer zu stoppen, so daß wir mitfahren können.
Es ist derselbe Fahrer, der uns beim letzten Pilgern so freundlich von Radeburg nach Coswig gebracht hat.

Nun also auf nach Radeburg, dort kommen wir nach kurzer Strecke in der kleinen katholischen Kapelle „Zum heiligen Kreuz“ an.
Das Besondere dort. Die Glocke wird von Hand geläutet. Gleichzeitig begrüßt der Glöckner die Pilgergäste mit Handschlag. Das gibt es sonst nirgends. Sehr herzlich, Dankeschön.

Nach kurzem Bericht über die Besonderheiten dieser Kapelle gibt es eine kurze Morgenandacht mit Liedern.
Nun beginnt unsere eigentliche Pilgertour zur Stadt hinaus Richtung Promnitzer Park über Berbisdorf und das Wasserschloß mit Kirche. Die Kirche kann nur von außen besichtigt werden, scheint aber gut instand gesetzt. Dagmar gibt uns einige Infos dazu. Wir ziehen weiter und kommen zum Frauenteich, dem Beginn des Moritzburger Friedwaldes.Wir laufen einen Hügel hinauf, wo dass Hellhaus steht.
Dort gibt es dann wieder kurze Infos zur Landschaft und zum Hellhaus.
Dann halten wir gemeinsam Mittagsandacht und Gesang mitten im Wald.
Es ist auch Mittagspause angesagt, denn nur Laufen ohne Essen und Trinken geht nicht.

Gut gestärkt und etwas erholt geht es Richtung Moritzburg.
Am hinteren Tor von Schloß Moritzburg gibt es kurze Infos und wir betreten gemeinsam das malerische Schloßgelände.
Wir laufen zum Schloß und versuchen in die Schloßkapelle Einlass zu finden. Eine freundliche Frau lässt uns auch dort Eintritt gewähren.
Wir hören kurze Infos zur Kapelle und nach einem Lied geht es wieder raus ins Schloßgelände.

Jeder hat nun ca. 40 Minuten Zeit zur freien Verfügung. Ich sehe mir die eintrittsfreie Ausstellung von Küchengeräten und Erklärungen der Speiseordnungen im Schloß an.
Auch damals war alles sehr exakt geregelt, was die Tischsitten und Speisen betraf.
Am Haupteingang von Schloß Moritzburg warten die anderen Pilger bei Eis und Schwatz auf den Abmarsch Richtung Coswig.

Noch eine kleine Station ist die Käthe Kollwitz Gedenkstätte in Moritzburg.
Nun also auf nach Coswig, wo wir unser Tagesziel erreichen möchten.
Es geht durch schattige Wälder und sonnige Felder nach Coswig.
Kurz vor dem Eintritt in die Coswiger Fluren begrüßt uns ein bewährter Pilgerfreund, Matthias Hartig. Unter seiner ortskundigen Leitung geht es Richtung katholische Kirche.
Die Wolken am Himmel werden dunkler und mehr.
Unter Glockengeläut und etwas geschafft, aber dankbar, ziehen wir in die Katholische Kirche “Heilig Kreuz“ in Coswig ein.

Herr Pfarrer Norbert Gatz hält die Abendandacht mit uns. Als er vom Pfingstwunder erzählt erhebt sich außerhalb der Kirche ein großes Brausen.
Das Gewitter bricht über Coswig herein und wir sind geborgen.
Gott hat also Humor und verdeutlicht uns sein Wort durch solche besonderen Erlebnisse.

Einen sehr schönen Abschluss bildet das gemeinsame Essen und Trinken mit den rührigen Helfern der katholischen Kirche.
Frisch gestärkt und ermutigt laufen wir zum Bahnhof, der Regen ist so schwach geworden, daß wir trocken zum Zug kommen.

Alles in allem ein schöner Pilgertag, bei dem wir zuerst dem himmlischen Vater danken dürfen.
Unser Dank gilt auch allen Helfern und Freunden, die uns diesen Tag ermöglicht haben.

Matthias Winkler, Zweenfurth